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In Zeit­en, in denen das Sicher­heits­bedürf­nis der Bevölkerung wächst, gewin­nt die Krim­i­nal­präven­tion für Kom­munen immer mehr an Bedeu­tung. Eines ihrer fortschrit­tlichen Mit­tel ist die Videobe­wachung von öffentlichen Räu­men. Die Krim­i­nal­präven­tion spricht dieser Bewachungsart einen für Straftäter abschreck­enden Charak­ter zu. Allerd­ings ist der Ein­satz von Videotech­nik bei Bevölkerung und Poli­tik umstrit­ten.

Lohnt sich die Installation von Kameras?

Eines der Pro-Argu­mente für die Ver­wen­dung von Kam­eras ist die Unter­stützung bei der Aufk­lärung von Straftat­en. Mit Hil­fe des tech­nis­chen Auges sind eine ein­fachere Täter­erken­nung sowie die Doku­men­ta­tion von Tathergän­gen möglich. Häu­fig greift die Polizei auf die Aufze­ich­nun­gen von Kam­eras zurück, um Straftäter aufzus­püren.

Vieles ver­sprechen sich Poli­tik und Strafvol­lzugs­be­hör­den auch vom Abschreck­ungspoten­zial der Videobe­wachung. Es beste­ht für Krim­inelle bei Ausübung der Tat die Gefahr, während­dessen aufgeze­ich­net zu wer­den. Auch kön­nen poten­zielle Opfer, bevor ihnen etwas geschieht, Täter auf eine in Betrieb befind­liche Kam­era hin­weisen. Allein die Möglichkeit dazu steigert bere­its das sub­jek­tive Sicher­heit­sempfind­en.

Die jährlich stat­tfind­ende repräsen­ta­tive Umfrage „Sicher­heits-Check Deutsch­land“, die 2017 aus der Zusam­me­nar­beit von SeeTec und YouGov ent­stand, geht genau dieser Frage nach. Das Ergeb­nis: Gut ange­brachte Kam­eras erhöhen das sub­jek­tive Sicher­heits­ge­fühl im öffentlichen Raum.

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In den let­zten Jahren haben sich in der Gesellschaft einige Begriffe man­i­festiert, die man in regelmäßi­gen Abstän­den immer wieder hört. Zum einen ist das die No-Go-Area, die ganze Stadt­teile bet­rifft. Zum anderen sprechen Bürg­er, Jour­nal­is­ten und Behör­den von den soge­nan­nten Angsträu­men. Diese umfassen einen enger gefassten Ort wie einen U-Bahn-Aus­gang, wer­den aber von Men­schen nicht weniger gefürchtet und ver­mieden. Angsträume sind daher ein Prob­lem von Städten, denen Städte mit kom­mu­naler Krim­i­nal­präven­tion Herr wer­den muss.

Was ist ein Angstraum?

Welche Stellen ein­er Stadt man zu den Angsträu­men zählt, hängt sehr oft von indi­vidu­ellen Empfind­un­gen ab. Ein solch­er Ort ist zunächst ein­mal ein öffentlich­er Bere­ich, bei oder vor dessen Betreten Men­schen Angst ver­spüren. Dabei braucht an solchen Orten sta­tis­tisch gese­hen nicht mehr Gewalt zu passieren als an anderen. Entschei­dend ist allein die Wahrnehmung der dor­ti­gen Gegeben­heit­en, sei es durch:

  • schlecht beleuchtete Fußgänger­wege,
  • unüber­sichtliche Stellen (Unter­führun­gen, Con­tain­er),
  • unein­se­hbare Stellen (zugewach­sene Brück­e­nen­den)

oder sog­ar der eigene Haus­flur, in den man von außen nicht hinein­se­hen kann.

Schätzen mehrere Men­schen die Bedro­hungslage ähn­lich ein und tauschen sich darüber aus, bekom­men die jew­eili­gen Orte im öffentlichen Dia­log schnell die Beze­ich­nung des „Angstraums“.

Befind­en sich mehrere solch­er Stellen inner­halb eines Vier­tels, kann dies zur Bil­dung ein­er No-Go-Area beitra­gen. Eine Ver­stärkung dieser Wahrnehmung durch medi­ale Mehrberichter­stat­tung oder fik­tive Fernse­hin­halte, die an diesen Stellen spie­len, wird von der Sozial­forschung bejaht.