Bewaffnete Security

Wie bekomme ich Personenschutz?

Je höher Einkom­men, Macht­po­si­tion oder der gesellschaftliche Rang aus­fällt, desto bedro­hter sind Leib und Leben eines Bürg­ers. Doch für den Schutz von Betrof­fe­nen kommt der Staat kaum ein­mal auf. Die Voraus­set­zun­gen, um Per­so­n­en­schützer um sich zu wis­sen, liegen gegen­wär­tig sehr hoch. Alter­na­tiv bieten sich die pri­vat­en Sicher­heits­di­en­ste an. Hier müssen die Kosten durch den zu schützen­den Bürg­er zwar selb­st getra­gen wer­den. Doch diese Investi­tion dürfte sich lohnen. 

Gründe für den Personenschutz

Als beson­ders gefährdet gel­ten in der Regel Per­so­n­en, die auf­grund ihres Ranges in der Gesellschaft oder ihrer beru­flichen Ver­ant­wor­tung als Angriff­sob­jekt geeignet scheinen. Poli­tik­er oder Führungsper­so­n­en der Wirtschaft zum Beispiel. Ihre Entschei­dun­gen lenken die Gesellschaft – und bee­in­flussen damit nicht sel­ten das Leben zahlre­ich­er Einzelper­so­n­en. Ins­beson­dere bei Lan­des- oder Bun­desmin­is­tern wird ein staatlich­er Per­so­n­en­schutz daher häu­fig gewährt und durch Mit­tel des Bun­des finanziert.

Der staatliche Schutz wird aber meist dort ver­weigert, wo es sich um Bürg­er ohne rel­e­van­ten Ein­fluss­bere­ich han­delt. Aus­ge­sproch­ene Dro­hun­gen genü­gen daher oft­mals nicht, um eine Schutzbedürftigkeit auszulösen. Übri­gens gilt Ähn­lich­es für Schaus­piel­er, Fußball­stars oder Musik­er – selb­st dann, wenn sie eine mil­lio­nenköp­fige Schar an Fans für sich begeis­tern kön­nen. Auch sie dür­fen eine behördliche Maß­nahme zur Sicher­heit nicht ohne konkrete Gefahr ein­fordern, son­dern müssen sich nach anderen Anbi­etern für den eige­nen Schutz umse­hen.

Die unterschiedlichen Stufen der Gefährdung

Was aber wird eigentlich konkret unter der Gefahr ver­standen? Unter­schieden wer­den ins­ge­samt drei Ebe­nen.

  • Die dritte von ihnen (Stufe III) sieht vor, dass ein Über­griff auf die zu schützende Per­son nicht aus­geschlossen wer­den kann – ein Angriff gilt als möglich.
  • Auf Stufe II hat sich die Lage dage­gen ver­schärft: Nun­mehr wird es als wahrschein­lich angenom­men, dass ein Anschlag auf den Betrof­fe­nen bevorste­ht.
  • Anders dage­gen Stufe I, bei der mit ein­er Gefährdung von Leib und Leben jed­erzeit gerech­net wer­den muss. Erfahrungs­gemäß wird eine solche Sicher­heitsstufe durch die staatlichen Behör­den aber nur sehr sel­ten für Pri­vat­per­so­n­en aus­ge­sprochen. So müsste neben der reinen Dro­hung bere­its in Erfahrung gebracht wor­den sein, dass ein Anschlag unmit­tel­bar bevorste­ht. Er kann nurmehr durch den Ein­satz der Per­so­n­en­schützer als let­ztes Mit­tel vere­it­elt wer­den.

Voraussetzungen für staatlichen Personenschutz

Erfahrungs­gemäß wird der staatliche Schutz für Einzelper­so­n­en somit lediglich in zwei Fällen genehmigt. Ein­er­seits han­delt es sich dabei um Per­so­n­en des öffentlichen Lebens – die bere­its ange­sproch­enen Entschei­der aus der Poli­tik und nicht sel­ten auch der Wirtschaft fall­en darunter. Für sie wird pauschal ein erhöht­es Risiko für Atten­tate angenom­men, entsprechend muss zu deren Ver­mei­dung auch für die Sicher­heit der Betrof­fe­nen gesorgt wer­den.

Ander­er­seits kann es sich aber um Bürg­er han­deln, die ein­er Gefahr für Leib und Leben aus­ge­set­zt sind. Zu denken wäre hier an konkrete Dro­hun­gen – etwa aus dem Bere­ich der Krim­i­nal­ität gegenüber Zeu­gen ein­er Straftat. Auch frühere Mit­glieder ein­er krim­inellen Organ­i­sa­tion, die sich zur Rück­kehr auf einen legalen Lebensweg entsch­ieden haben, gel­ten als Mitwiss­er began­gener Ver­brechen häu­fig gle­ich­falls als beson­ders gefährdet. Hier wäre jedoch indi­vidu­ell zu entschei­den, ob eine Gefahr tat­säch­lich vor­liegt.

Alternative privater Sicherheitsdienst: gut geschützt

Es gelingt also nicht ganz ein­fach, als Pri­vat­per­son eine staatliche Schutz­maß­nahme zu beanspruchen. Wer den­noch um seine Gesund­heit, sein Ver­mö­gen oder gar um sein Leben fürcht­en muss, gle­ichzeit­ig aber die Voraus­set­zun­gen für eine Bewachung durch die Polizei oder Lan­deskrim­i­nalämter nicht erfüllt, ist bei pri­vat­en Sicher­heits­di­en­sten eben­falls gut aufge­hoben.

Hier gelingt es müh­e­los, Per­so­n­en­schützer zu engagieren – eine lang­wierige Prü­fung der Umstände, wie sie oft bei Behör­den vor der Bewil­li­gung durchge­führt wird, ent­fällt dage­gen. Die Kosten trägt der Betrof­fene zwar selb­st – doch bess­er als in die eigene Gesund­heit lässt sich das Geld nicht investieren.

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Uwe Gerstenberg

Sicherheitsexperte Uwe Gerstenberg ist Autor zahlreicher Buchbeiträge und Fachartikel. Seine Schwerpunktthemen sind die private und öffentliche Sicherheit in Deutschland.